Ein Blick zurück
Die Geschichte und Entwicklung der MTD-Berufsverbände
Von „Einzelkämpfern" zum Dachverband
Die erste Berufsvertretung von Angehörigen medizinisch-technischer Dienste wurde 1951 gegründet. Damals schlossen sich im „Verband der diplomierten medizinisch-technischen, der Physiko- und der DiätassistentInnen Österreichs" die entsprechenden Berufsgruppen wegen der dringend anstehenden Novellierung des Krankenpflegegesetzes von 1949 zusammen. Nur der Zusammenschluss der „Assistentinnen" der Sparten Labor, Diät, Röntgen und Physikalische Medizin ermöglichte die Mitarbeit am neuen Gesetz.
Bewegte Jahre
Zehn Jahre später (1961) kam es zur Teilung dieses Verbandes; die DiätassistentInnen (heute: DiaetologInnen) und die PhysiotherapeutInnen gingen in Sachen Berufsvertretung eigene Wege. MTA's und RTA's verblieben vorerst im gewohnten Verbund. In den Folgejahren gründeten auch die anderen gehobenen medizinisch-technischen Dienste eigene Berufsvertretungen. 1969 zogen die ErgotherapeutInnen nach, 1975 die OrthoptistInnen, 1981 die LogopädInnen. Bereits 1972 erfolgte die Trennung der Berufsgruppen der MTA's und der RTA's wegen deren Beitritt zu den jeweiligen internationalen Verbänden.
Neuer Dachverband, neue Aufgaben
1984 schlug die Geburtsstunde des Dachverbandes der sieben Berufsgruppen der gehobenen medizinisch-technischen Dienste, MTD-Austria. Während die einzelnen Berufsgruppen-Verbände nach wie vor berufsspezifische berufspolitische Interessensvertretungen darstellen, ist und bleibt die Aufgabe des Dachverbandes die Koordination aller MTD-Mitgliedsverbände aller gemeinsamen Anliegen. Die erste Aufgabe des neuen Dachverbandes stellte die Novellierung des MTD-Berufe-regelnden Gesetzes dar, das am 1.7.1992 als „MTD-Gesetz" (Bundesgesetz BGBl 460/1992 idgF.) verabschiedet wurde.
Seitdem konnte MTD-Austria im Sinne seiner Aufgaben und Zielsetzungen im Interesse der im Dachverband tätigen Berufsgruppen viel erreichen: das erfolgreiche Leistungsspektrum im Interesse aller MTD-Berufsangehörigen umfasst die Mitarbeit an Gesetzesvorlagen und –novellierungen, das Betreiben und die Umsetzung von berufsspezifischen Verbesserungen auf gesetzlicher (EU)-Ebene bis hin zur Organisation von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen.
2003 gelang es etwa per Parlamentsbeschluss, die Freiberuflichkeit aller gehobenen MTD ab 2004 zu verankern. Seit 2005 besteht die gesetzliche Möglichkeit der Ausbildung der gehobenen medizinisch-technischen Dienste an Fachholschulen mit dem Abschluss „Bachelor of Science". Damit gelang es mithilfe von MTD-Austria, die internationale Vergleichbarkeit der Ausbildungen sicherzustellen. 2008 erfolgte die Herausgabe des ersten österreichischen MTD-Berichtes, der das derzeit wohl umfassendste Informationswerk zu allen sieben Berufsständen, deren Anliegen und Zielen „unter einem Dach" darstellt.
1951
Die erste Berufsvertretung von Angehörigen medizinisch-technischer Dienste wurde am 21. Juni 1951 gegründet. Die offizielle Bezeichnung lautete: "Verband der diplomierten medizinisch-technischen, der Physiko- und der Diätassistenten Österreichs"
In dieser ersten Fassung waren unter "medizinisch-technischen Assistenten" gemäß der Formulierung des Krankenpflegegesetzes auch die Röntgenassistenten zu verstehen. Der unmittelbare Anlass für die Gründung des Verbandes war die dringend anstehende Novellierung des Krankenpflegegesetzes von 1949. Nur der Zusammenschluss der Assistentinnen der Sparten Labor, Diät, Röntgen und Physikalische Medizin ermöglichte es am Krankenpflegegesetz BGBl. 102/61 mitzuarbeiten.
Ursprünglich waren die medizinisch-technischen Dienste im Österreichischen Krankenpflegegesetz, gemeinsam mit dem Krankenpflegepersonal geregelt.
1961
Es kam zur Teilung des Verbandes. Die DiätassistentInnen und die PhysiotherapeutInnen gründeten eigene Berufsverbände. MTA's und RTA's blieben vorerst in einem Verband.
1969
In weiterer Folge gründeten auch die anderen gehobenen medizinisch-technischen Dienste eigene Berufsvertretungen. Darunter der Verband der Diplomierten ErgotherapeutInnen Österreichs.
1972
Die Trennung der Berufsgruppen der Medizinisch-Technischen AssistentInnen und Radiologisch-Technischen AssistentInnen erfolgte aus Gründen der Mitgliedschaft in den jeweiligen internationalen Verbänden.
1975
Gründung des Bundesverbandes der Diplomierten OrthoptistInnen Österreichs
1981
Gründung des Bundesverbandes der Diplomierten LogopädInnen
1984
Gründung des Dachverbandes: Am 14. Jänner 1984 erfolgte der Zusammenschluss der sieben Berufsverbände in der konstituierenden Sitzung des Dachverbandes der gehobenen medizinisch - technischen Dienste im Hörsaal der MTA-Schule im Allgemeinen Krankenhaus. Während die einzelnen Verbände berufsspezifische berufspolitische Interessensvertretungen darstellen, war und ist die Aufgabe des Dachverbandes die Koordination aller MTD-Mitgliedsverbände in jenen Angelegenheiten, die die gemeinsamen Anliegen der MTD-Berufe treffen. Dies betraf zunächst die notwendige Novellierung des die MTD-Berufe regelnden Gesetzes BGBl. 102/61.
1992
Am 1. Juli 1992 erhielten die sieben Berufsgruppen mit dem neuen "MTD-Gesetz" ein eigenes Bundesgesetz (BGBl. Nr. 460/1992 - Stammfassung).
Meilensteine des Dachverbandes
1997
Organisation der Tagung "MTD und Recht" in Linz mit ca. 500 Teilnehmern
1998
Herausgabe einer zusammenfassenden Broschüre zum Thema "MTD und Recht"
Seit 1998 Entwicklung eines Gesetzesentwurfes für die Einrichtung eines "MTD - Gremiums" als gesetzliche Interessensvertretung
Seit 1998 Beginn der Aktivitäten in Zusammenhang mit dem "Vorarlberger Ausbildungsdarlehen" (ORF - Konflikte Sendung, Entwicklung von Lösungsansätzen mit Hilfe der Volksanwaltschaft Vorarlberg)
Vertragsänderung der Ausbildungsverträge zugunsten der Studierenden
1999
Seit 1999 Vorbereitung der Novellierung des MTD - Gesetzes zur Aktualisierung des Rechtshintergrundes aufgrund der medizinischen und berufsspezifischen Entwicklung
2000
Seit 2000 Präsentationen im Rahmen von Veranstaltungen, z.B.: Radiodoktor im Wiener Rathaus; IKAL, Fachtagungen, etc.
Zahlreiche Stellungnahmen des Dachverbandes zu Fragen der EU sowie zu Gesetzesentwürfen wie zum Beispiel Novellierung des Ärzte-, Heilmasseur,- und MTF - Gesetzes
2001
Organisation der Tagung "Die Zukunft der MTD - Ausbildung"
Stellungnahme des Dachverbandes zum EU-Vertragsverletzungsverfahren vom 6. August1999 (wegen der nicht EU-konformen Vorschreibung eines dreijährigen Berufsnachweises für die Zulassung zur freiberuflichen Berufsausübung) und der am 21. Juni 2000 ausgeweiteten Beschwerde (nicht EU-konformes Verbot der freiberuflichen Berufsausübung für dipl. MTA, dipl. OthoptistInnen und dipl. RTA), die dann am 21. Februar 2003 in ein Klagsverfahren gegen die Republik Österreich mündete, nachdem die eingebrachte österreichische Stellungnahme mit der von v.a. der Ärztekammer forcierten Ablehnung der Freiberuflichkeit keine sachliche Anerkennung in der EU fand.
Im Dezember 2001 Überreichung des MTD-Gesetzesentwurfes zur Errichtung eines MTD-Gremiums an das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen zur gemeinsamen Weiterentwicklung.
2002
Organisation der Veranstaltung "Gehobene MTD - Der gemeinsame Weg zur zukünftigen Ausbildung". Als Ergebnis dieser Veranstaltung wurde dem Dachverband folgender Auftrag erteilt: "Die TeilnehmerInnen der Veranstaltung, lehrende und leitende VertreterInnen aus den sieben Sparten der gehobenen medizinisch-technischen Dienste, VertreterInnen der Berufsverbände sowie StudentInnenvertreterInnen beauftragen den Dachverband der gehobenen medizinisch-technischen Dienste die erforderlichen Schritte zu unternehmen, die Umstrukturierung bzw. Einbindung der derzeitigen MTD - Ausbildung in das tertiäre Bildungssystem über den Weg der Einrichtung von FH-Studiengängen in die Wege zu leiten."
2003
Parlamentsbeschluss der Freiberuflichkeit für alle gehobenen medizinisch-technischen Dienste. Nunmehr ist es allen sieben MTD-Berufen möglich, ihren Beruf angestellt oder freiberuflich auszuüben.
Teilnahme des MTD-Dachverbandes an Reform- und Gesundheitsdialogen bezugnehmend auf die große Gesundheitsreform.
2004
Die Freiberuflichkeit für alle gehobenen medizinisch-technischen Dienste tritt in Kraft.
Im August ergeht der Auftrag der Bundesministerin Maria Rauch-Kallat für eine gesetzliche Interessensvertretung an die gehobenen medizinisch-technischen Dienste, wie auch PsychotherapeutInnen und klinische PsychologInnen.
2005
Seit 5. Juli 2005 besteht die gesetzliche Möglichkeit die Ausbildung der gehobenen medizinisch-technischen Dienste in dreijährigen Fachhochschulstudiengängen, mit dem akademischen Abschluss "Bachelor of Science" einzurichten. Damit sind die Voraussetzungen für die internationale Vergleichbarkeit der Ausbildungen, bzw. der Ausbildungssysteme gegeben.
Mit der gleichen Gesetzesnovellierung wurden die Berufsbezeichnungen aller MTD-Berufe geändert, wie folgt:
- Biomedizinische AnalytikerInnen (vormals Diplomierte/-r Medizinisch-technische AnalytikerInnen/ MTA)
- DiaetologInnen (vormals Diplomierte/-r DiätassistentInnen und ernährungsmedizinische BeraterInnen)
- ErgotherapeutInnen (vormals Diplomierte/-r ErgotherapeutInnen)
- LogopädInnen (vormals Diplomierte/-r LogopädInnen)
- OrthoptistInnen (vormals Diplomierte/-r OrthoptistInnen)
- PhysiotherapeutInnen (vormals Diplomierte/-r PhysiotherapeutInnen)
- RadiologietechnologInnen (vormals Diplomierte/-r Radiologisch-technische AssistentInnen)
Mit Wirkung vom 16. Dezember 2005 tritt Biomed Austria, Bundesverband der Biomedizinischen AnalyterkerInnen, aus dem Dachverband aus.
2006
Im Jänner 2006 wird die Ausbildungsverordnung für die Fachhochschulstudiengänge veröffentlicht. Die Fachhochschulträger von Niederösterreich, der Steiermark und Salzburg stellen Anträge für MTD- Fachhochschulstudiengänge an den Fachhochschulrat.
2007
Seit 1. Jänner 2007 ist Biomed Austria neuerlich Mitglied im Dachverband.
Der Dachverband bekommt einen neuen Namen: MTD-Austria.
Der Schulterschluss aller sieben Berufsverbände zeigt sich somit in neuem Logo und mit neuer Homepage.
Ab Herbst 2007 starten alle sieben Fachhochschulstudiengänge der MTD-Berufe am FH-Campus Wien.
Extensive Vorarbeiten für eine Registrierung aller MTD-Berufsangehörigen im Verbund mit den sieben Berufsverbänden starten.
2008
Gründung und Etablierung der Bildungsgruppe von MTD-Austria
15. September 2008: 1. Pressekonferenz von MTD-Austria (Präsentation des ersten MTD-Berichtes)
2009
Beginn der systematischen Etablierung von Länder- und RegionsvertreterInnen von MTD-Austria.
Gespräche auf höchster politischer Ebene (z.B. Mai 2009: Bundesminister Alois Stöger, diplomè) hinsichtlich Registrierung laufen an und werden intensiv gepflegt.
